Das Leben einer Veganerin zwischen Omnivoren

Heute ein etwas persönliches Thema, über welches ich so noch nicht geschrieben und auch nicht groß gesprochen habe. Und doch kann ich mir vorstellen, dass viele von euch mich verstehen werden, aus diesem Grund packe ich heute aus.

Wie fühlt sich das Leben als Veganerin zwischen Menschen an, die alles konsumieren und sich dabei keinerlei Gedanken machen wer dafür wie viel leidet oder stirbt?

Zu allererst muss ich dazu sagen, dass ich keine Vorzeige-Veganerin bin. Ich esse Honig wenn ich das Gefühl habe ich bekomme eine Erkältung. Ich probiere auch den Geburtstagskuchen wenn da Eier drin sind, weil ich weiß dass der Mensch der ihn gemacht hat sich sehr viel Mühe gegeben hat und einfach keine Zeit oder Möglichkeit hatte extra für mich einen veganen Kuchen zu backen. Ich stopfe auch Vollmilchschokolade in mich rein, wenn nichts anderes da ist und für mich gerade die Welt unterzugehen scheint. Und ja ich kaufe auch Leder, wenn ich nichts anderes finde und etwas aber unbedingt benötige. (Das beste Beispiel sind meine Arbeitsschuhe. Ich laufe so unendlich viel, dass ich die bequemsten Schuhe tragen muss, die es nun mal unter den Vorgaben meines Arbeitgebers gibt.)

Nichtsdestotrotz versuche ich immer eine tierleidfreie Alternative zu finden. Ich recherchiere im Internet, lese viele Bücher und Artikel, frage in Foren nach oder höre einfach gut zu wenn sich andere über ein für mich nützliches Thema unterhalten. Und alles was im Haushalt leer geht, wird wenn möglich durch vegane, tierleidfreie Produkte ersetzt.

Um so schlimmer ist es für mich, wenn andere mit den Kommentaren kommen: “Ist mir egal.” oder  “Das Tier war doch eh schon tot.” oder “Ich alleine kann ja eh nichts daran ändern.” oder “Der Mensch ist ein Allesfresser.”

Meine Einstellung dazu ist, wir sind ein Teil dieser Erde, sie gehört uns NICHT. Das vergessen viele aus Bequemlichkeit oder irgendwelchen anderen Gründen. Wir leben hier mit all den anderen Lebewesen zusammen. Warum also unnötiges Leid schaffen?

Wenn ich gefragt werde warum ich es nicht mehr akzeptieren kann, dass andere Menschen Lebewesen aus den oben genannten Gründen leiden lassen, frage ich: Akzeptiert ihr Rassismus? Akzeptiert ihr Sklaverei? Akzeptiert ihr Inzucht? Akzeptiert ihr Kindermord oder Missbrauch? Auch das alles war mal Bestandteil dieser Welt oder ist es leider immer noch. Trotzdem hat sich der gesund und logisch denkende Mensch davon weg entwickelt, da ihm klar wurde dass es Unrecht ist. Warum beharren dann viele immer noch darauf, dass sie den Kadaver eines misshandelten Tieres essen müssen? Das entzieht sich meiner Logik.

Auch bei mir kam die Umstellung nicht an einem Tag. Ich war Pescetarier, Vegetarier und irgendwann Veganer mit Sünden die von Woche zu Woche weniger wurden. All diese Schritte hatten einen Auslöser. All diese Schritte passierten einzeln. Und mit jedem Schritt interessierte es mich mehr und mehr wo mein Essen herkommt und wer dafür leiden muss. Und je mehr ich erfuhr, desto weniger wollte ich die Ursache für dieses Leid sein. Warum sollte ich beabsichtigt einem anderen Lebewesen schaden wollen? Weil es mir schmeckt? Weil ich es ja schon immer so gemacht habe? Weil alle anderen es auch so machen? Sind aus diesen Gründen nicht die schlimmsten Kriege und Katastrophen auf der Erde entstanden?

Vielleicht bin ich deswegen nicht bereit die Gründe der Omivoren zu akzeptieren, weil ich selbst diese Entwicklung an mir gesehen habe. Ich hatte auch schlechte Zeiten als Veganerin, in denen ich nicht wusste wie ich mich richtig ernähre, aber es ging mir nie schlechter als in meiner Omni Zeit. Und ich will nie wieder zurück! Ich will nie wieder den halb verwesten Kadaver einer Tieres essen müssen, oder die Milch einer Kuh trinken, deren Euter am eitern sind, oder die Periode eines Huhns essen. Und ich sehe ja jeden Tag wie einfach es ist eine Alternative zu finden und das fast auf der ganzen Welt. Und selbst dort wo die Alternativen nicht so zahlreich sind, esse ich lieber zwei Tage lang trockene Pasta als Fleisch (so passiert in Turkmenistan, das einzige Gericht ohne Fleisch waren Nudeln ohne Sauce).

Wir alle lernen von Geburt an bestimmte Verhaltensweisen, entsprechend des Landes und der Kultur in der wir aufwachsen. Aber es ist nie zu spät etwas Neues zu lernen. Etwas Anderes. Sich die besten Stücke rauszusuchen und für sich so zusammenzufügen, dass es für einen vertretbar ist und man guten Gewissens durchs Leben gehen kann.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

Stay vegan ❤ Elena

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7 thoughts on “Das Leben einer Veganerin zwischen Omnivoren

  1. Christin says:

    Also ich bin jetzt seit ca. 1 Jahr bewusste Veganerin. Das ging nur schrittweise. Ich habe halt einfach Eier weggelassen und vegane Milchalternatives ausprobiert. Ich habe vorher nur dann Milch und Eier zu mir genommen, wenn ich bei jemandem zu Hause eingeladen war (z.B. selbstgemachtes Kartoffelpürree mit Milch) und habe seit ich 10 war nichts mehr gegessen, was vorher einmal am Leben war.
    Mir persönlich fiel es einfacher schrittweise vegan zu werden. Ich habe immer dann wenn irgendetwas leer war, z.B. dekorative Kosmetik, diese mit veganen Alternativen ersetzt. Obwohl ich jetzt schon so lange vegan lebe, ist es immer noch mit Recherchen und dem Suchen nach Rezepten für bestimmte Gemüsesorten verbunden. Aber dies gehört jetzt einfach zu meinem Leben dazu. Kochen ist inzwischen zu einem richtigen Hobby geworden und ich möchte es nicht mehr missen.
    Inzwischen bringe ich ein veganes Gebäck immer mit wenn ich irgendwo eingeladen bin. Also Muffins oder so. Leute, die mich kennen, haben als Alternative auch immer frisches Obst da, welches ich dann esse. Es gibt aber immer noch solche, die es einfach nicht akzeptieren wollen oder können, dass ich nicht Teil dieses Leidenskreislaufes sein möchte, den du oben bewchrieben hast. Es gibt auch solche, die immer wieder nach den Gründen fragen und dann behaupten ich würde Propaganda betreiben.

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    • Elena says:

      Oh ja das kenne ich zu gut! Wenn ma erst gefragt wird und dann angemault man würde jedem seine Meinung aufdrängen wollen. Ich glaube viele wissen wie schlecht es eigentlich ist was sie tut, sowohl für die Tiere und die Umwelt als auch für die eigene Gesundheit und in dem Moment wenn sie es dann auch noch detailliert hören, schalten sie auf stur. Mir hilft immer keine Erwartungen an die Menschen zu stellen.

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